Tempo 30 mit Augenmaß: Kinderschutz stärken, pauschale Einschränkungen vermeiden
Die Sicherheit von Kindern vor Schulen und Kindergärten muss im Karlsruher Straßenverkehr höchste Priorität haben. Die von den Grünen angestoßene Ausweitung von Tempo-30-Regelungen darf jedoch nicht zu pauschalen Beschränkungen führen. Stattdessen ist eine sachliche Prüfung jedes einzelnen Straßenabschnitts erforderlich.
„Als Vater von zwei Kindern im Alter von vier und zehn Jahren, die einen Kindergarten beziehungsweise eine Schule besuchen, unterstütze ich Tempo 30 vor diesen Einrichtungen ausdrücklich. Wo Kinder unterwegs sind, muss ihre Sicherheit an erster Stelle stehen“, erklärt Robin Schuster. Der aktuelle Vorstoß der Grünen erweckt allerdings den Eindruck, dass mithilfe einer offenen Online-Karte möglichst viele weitere Straßenabschnitte für Tempo 30 vorgeschlagen werden sollen. Verkehrssicherheit darf nicht als pauschale Begründung für ideologisch motivierte Maßnahmen oder eine weitere Belastung der Autofahrer dienen. „Schon heute ist die Verkehrssituation in Karlsruhe an vielen Stellen chaotisch. Während manche Tempo30-Regelungen vollkommen nachvollziehbar sind, erschließt sich der konkrete Nutzen an anderen Stellen kaum. Deshalb müssen Gefahrenlage, Verkehrsaufkommen, Lärmbelastung und die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss für jeden Abschnitt sorgfältig bewertet werden“, so Schuster weiter.
Schuster wünscht sich deshalb eine breite Diskussion über angemessene Geschwindigkeitsvorgaben im urbanen Raum – und nicht bloß einen Wunschzettel für weitere Tempo-30-Abschnitte. Neben Tempo 30 und Tempo 50 müsse auch Tempo 40 als differenzierte Lösung berücksichtigt werden. Ebenso könnten zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen während der Schul- und Kindergartenzeiten sinnvoll sein.
„Tempo 30 ist kein Allheilmittel. Am Ende geht es nicht um Tempo 30 als Selbstzweck, sondern um Sicherheit und um ein funktionierendes Verkehrssystem, in dem öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad- und Autoverkehr sinnvoll zusammenspielen. Dafür brauchen wir eine sachliche Debatte und passgenaue Lösungen statt pauschaler Vorgaben.“
(Artikelbild mithilfe von KI erstellt)

Thomas Riedel